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Kirchenführer -  Die Glocken im Turm

 

Seit über 80 Jahren rufen die 3 Gussstahlglocken die Gläubigen zum Gottesdienst. Als Kriegsopfer musste am 16. Juli 1917 die große Bronzeglocke zusammen mit der kleinen Glocke der St. Johanneskapelle zum Einschmelzen abgeliefert werden. Bis zum Jahre 1874 waren nur zwei Glocken auf dem Turm. Um 1 400 Gulden wurde (1874) eine dritte Glocke angeschafft. Diese war 1907 zersprungen und musste daher bei der Firma B. Grüninger & Söhne in Villingen für 819,40 Mark auf den Ton "g" umgegossen werden. Am 13. April 1908 erhielt der damalige Pfarrer Karl Schmid die Vollmacht, die "neue Glocke" zu weihen. Wie oben erwähnt, wurde sie ein Opfer des 1. Weltkrieges. Sie hatte ein Gewicht von 730 kg. Die älteste Glocke war 1758 in Biberach gegossen worden. Sie war mit der Zeit derart ausgeschlagen, dass sie unbrauchbar geworden war. So blieb nach dem verlorenen 1. Weltkrieg keine andere Wahl als ein neues Geläute anzuschaffen.

Im Frühjahr 1924 wurden bei der Firma Philipp Hörz in Ulm drei Gussstahlglocken bestellt. Diese waren erheblich billiger als Bronzeglocken. Die Gesamtkosten von 2000 Mark wurden von der Gemeinde durch Holzverkauf bezahlt.
Bedingt durch die sehr schnelle Lieferung konnte bereits am Karsamstag 1924 zur Auferstehungsfeier das dreistimmige Geläute zum erstenmal erklingen. Für ganz Steinhilben war es eine große Freude, ein so harmonisches und schweres Geläute auf dem Turm zu haben!

Im Einzelnen sollen nun die Glocken vorgestellt werden:

Die "große" Glocke hat ein Gewicht von ca. 1200 kg, Höhe 1,15 m, Durchmesser 1,38 m, Ton "fis". Auf dem Joch die Aufschrift: Cor Jesu sacretissimum miserere nobis (Heiliges Herz Jesu erbarme dich unser). - Sie ist die Gedächtnisglocke für unsere im im Weltkrieg 1914 - 1918 gefallenen Soldaten.

Die "mittlere" Glocke mit einem Gewicht von ca. 500 kg ist 0,80 m hoch und hat einen Durchmesser von 1,12 m, Ton "d". Auf dem Joch die Aufschrift: Ave Maria (Sei gegrüßt Maria).

Die "kleine" Glocke hat ein Gewicht von ca. 380 kg, Höhe 0,70 m, Durchmesser 0,90 m, Ton "cis". Auf dem Joch die Aufschrift: St. Pankratius ora pro nobis (Heiliger Pankratius bitte für uns).

Als vierte Glocke hängt seit 1948 die alte Bronzeglocke aus der Johanneskapelle im Turm. Sie konnte damals zu Ostern wieder erklingen, nachdem sie seit dem 1. Weltkrieg beschlagnahmt worden war. Mit einer noch vorhandenen Quittung vom 28. Januar 1948 wurde sie vom damaligen Bürgermeister - Stellvertreter Volk der Kirchengemeinde zurückgegeben. Ihr Durchmesser: 0,67 m, Höhe 0,53 m. Sie wurde gegossen von Daniel Schmeltz in Biberach im Jahr 1787. Inschrift: Semen Mulieris Contra Caput Serpentis. (Die Frucht der Jungfrau gegen das Haupt der Schlange). Als Bilder sind eingegossen: Kreuzigungsgruppe und Muttergottes mit dem Jesuskind. Das Joch trägt die Jahreszahl 1824. Mit zum Turm gehört auch die Uhr, die erstmals 1810 erwähnt wird. Vorher gab es keine Kirchenuhr. Sie ist ein Werk des Trochtelfinger Uhrmachers Fecht.

Mittlere Glocke
"Ave Maria" (1924)

 

Glocke aus der

Johanneskapelle (1787)

 

Kontakt: Katholisches Pfarramt,  Pfarrgasse 10,  72818 Trochtelfingen,  Tel.: 07124/741,  Fax: 07124/1408,  E-Mail:   kath.pfarramttrochtelfingen(at)t-online.de