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Kirchenführer - Gestaltung und Geschichte unserer Kirche
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Ihr
heutiges Aussehen im Inneren verdankt
die St. Pankratiuskirche der größten Renovation
im Jahre
1957/58. Damals wurde soweit wie möglich der
alte barocke Zustand
wieder hergestellt. Zugleich wurde die etwas
kleine Sakristei auf die
heutige Größe angebaut.
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Anstelle
der neuromanischen Kastenaltäre
von 1880 / 1881, die vermutlich aus der
Hechinger Bildhauerwerkstatt
Schäfer kamen, wurde ein wertvoller, alter
Hochaltar aufgestellt.
Durch Vermittlung des Sigmaringer
Kirchenrestaurators Josef Lorch konnte
vom kath. Stadtpfarramt Mühlheim an der Donau,
bei Tuttlingen,
der barocke Hochaltar der 1813 abgebrochenen
Wallfahrtskirche "Maria
Hilf" vom Welschenberg günstig erworben werden.
Er stand
einige Zeit inder Mühlheimer St. Maria Magdalena
Stadtpfarrkirche
und wurde 1956 dort herausgenommen.
Im Jahre 1756 fertigte der Riedlinger Bildhauer Johann Christian Wegscheider für die damals neue,
vergrößerte
Barockkirche diesen majestätischen marmorierten Altar.
Über dem Altarblatt
das Dreieck, das die Hl. Dreifaltigkeit symbolisiert.Der
Preis für die
vier großen Holzmarmorsäulen samt der Altarverkleidung
und zwei
Engelfiguren lag bei 3 000,00 DM. Das Lamm Gottes auf
dem Tabernakel schuf
der Bildhauer Volk aus Inneringen (In der Osterzeit wird
es ersetzt durch dieFigur des auferstandenen Christus).
Weitere Ergänzungen besorgte die Firma
Bahnmüller aus Saulgau. Den Panzertabernakel lieferte
die Firma Mauch
aus Rottenburg
.
Die wohl ältesten gotischen Figuren der Kirche,
die Hl. Apostel Andreas und Matthias aus der Zeit um
1480, fanden seitlich
außen neue Aufstellung. Bereits 80 Jahre lang lagen sie
auf der Bühne.
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Zwischen den
Säulen fand das alte
Hochaltarbild (um 1700; im Orginalrahmen mit
vergoldeter Aktanthusschnitzerei)
einen neuen Platz. In der Größe von 2,10 m Höhe
und
1,30 m Breite zeigt es die Kreuzigung Christi
und ist oben abgerundet.
Entstanden ist es um 1700 und zeigt Christus und
die beiden Schächer
am Kreuz. Unter dem guten Schächer: ein
berittener Krieger mit
der Lanze, der Jesus in die Seite sticht. Am
Kreuzesstamm: Maria Magdalena.
Unter dem bösen Schächer, hinter dem der Teufel
erscheint:
eine Gruppe mit dem Hl. Johannes und der Mutter
Gottes. Im Hintergrund
vor dunklem Horizont und Gebirgslandschaft: zwei
Berittene. Unten am
Rahmen die Inschrift: "Es ist vollbracht".
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In der Mauernische links des Hochaltars die Figur
des Hl. Georg (0,78 m hoch, um 1470/80). Der stehende
Heilige in voller Rüstung
stößt dem zwischen seinen Füßen am Boden liegenden
Drachen
die senkrecht gehaltene Lanze in den Rachen.
In der rechten Nische, eine Figur des H. Sebastian,
ist abhanden gekommen. Sie wurde durch ein Kreuz
ersetzt. Die Chordecke ziert
ein vergoldetes Stuckkreuz, daneben das Christuszeichen
JHS.
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An der rechten Chorwand war früher
das noch erhaltene Bild des Kirchenpatrons, des
Hl. Pankratius (um
1700, 1,23 m hoch, 0,74 m breit). Der Heilige in
ganzer Figur in einer
Landschaft, in Rüstung, mit Schwert und Palme.
Ob es vielleicht
ein Werk des Trochtelfinger Malers Johann
Schlander ist, der um 1698
in Inneringen wohnte und ab 1706 in
Trochtelfingen ansässig war
und dort 1737 gestorben ist
.
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Auf den neu verkleideten Seitenaltärenwurde die Muttergottes-
und die Josefsfigur wieder aufgestellt.
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Anstelle des alten Deckengemäldes
im Schiff aus dem vorigen Jahrhundert, das die
Himmelfahrt Mariens
darstellte, wurden 1957 durch die Firmen Lorch
aus Sigmaringen und
Lorch aus Füssen in Gemeinschaftsarbeit die
neuen Deckenbilder
gemalt. Es sind Kopien nach den Originalen in
der St. Stefanskirche
in Melchingen. Dort hat sie der Hechinger Maler
Franz Dent (1723-91)
im Jahre 1769 geschaffen. Vorne das Hl.
Abendmahl. Auf einer steinernen
Rampe, zu der Stufen hinaufführen, vor einer
architektonischen
Flachnische: Christus mit seinen Jüngern um den
Tisch versammelt.
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In der
Mitte: die Auferstehung. Vor einer
Hügelkuppe der Sarkophag mit dem Auferstehenden
Christus. Zu den
Seiten die Gruppe der drei Marien und die Stadt
Jerusalem mit den drei
Kreuzen im Hintergrund.
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Hinten (über der Orgelempore): Ausgießung
des Heiligen Geistes (Pfingsten). Von den
Aposteln umgeben thront Maria
in einer von Säulen getragenen architektonischen
Flachnische.
Vom Heiligen Geist in Gestalt einer Taube fallen
Feuerflämmchen
auf die Häupter der Apostel. (Unten Signatur J.
Lorch 1957) (Josef
Lorch 1898 - 1962).
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Die 14
Kreuzwegstationsbilder vom Sigmaringer
Maler Joh. Fidelis Wetz (um 1800) wurden zu beiden
Seiten an den Wänden
im Langhaus im hinteren Teil verteilt. Früher hingen sie
über den
beiden Seitenaltären.
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Die Anordnung der neuromanischen Heiligenfiguren
von den alten Seitenaltären im Langhaus sind folgende:
linke Seite von vorne nach hinten: die Hl. Elisabeth, eine Kreuzigungsgruppe mit
Hl. Maria und Hl. Johannes, sowie Hl. Agatha
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Rechte Seite: Hl. Herz Jesu ( 1957 von
Prof. Josef Henselmann, gebürtig aus Laiz), Hl. Pankratius (Kirchenpatron),
Hl. Konrad (Patron des Erzbistums Freiburg, Bischof von Konstanz, +
975 ), Hl. Blasius, Hl. Johannes der Täufer. Die
Hll. Pankratius
und Johannes der Täufer standen 1880 im Hochaltar,
die Hll. Konrad und Blasius im Josefsaltar, die Hll. Agatha und Elisabeth im Marienaltar.
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Auf der Orgelempore
stand bis 1997 eine
bereits im Jahre 1832 gebraucht angeschaffte
Orgel. Sie umfasste damals
6 Register und wurde vom Trochtelfinger
Orgelbauer Valentin Baitner
um 150 Gulden gekauft. Das Baujahr war nicht
bekannt da er die "gut
conservierte alte Orgel" selber nicht
hergestellt hatte. 121 Gulden
kamen aus Spenden zusammen, den Rest zahlte die
Gemeinde. Da es sich
bei diesem Instrument um die erste Orgel in der
Steinhilber Kirche
handelte, war man sich zuerst nicht ganz einig,
ob die Orgel im Chor,
oder auf der Empore aufgestellt werden sollte.
Die Freiburger Kirchenbehörde
bestimmte, dass nicht der Chor, sondern die
Empore der Platz für
die Orgel sein sollte. Am 14.05.1832 kam Pfarrer
Müller aus Feldhausen,
der als guter Musiker und Orgelspieler galt, und
prüfte die Orgel
mit dem Ergebnis: "Das Werk ist von sehr guter
Qualität."
.
Den schwärzesten Tag in ihrer langen Geschichte hatte die Orgel
am 15. Juni 1917 wo auf Befehl des Kriegsamtes
die zinnernen Pfeifen
ausgebaut und abgeliefert werden mussten. Das
Gewicht der 39 Pfeifen
betrug insgesamt 21,5 kg. Dafür wurden 170 Mark
Entschädigung
bezahlt.
.
Im April 1919 ersetze die Orgelbaufirma
Stehle aus Bittelbronn die herausgenommenen
Pfeifen durch andere. Seit
Juli 1940 löste ein Gebläsemotor den bisherigen
Orgeltreter.
.
Anfang des Jahres 2000 bestellte die Pfarrgemeinde
bei der Firma Peter Plum in Marbach am Neckar
die neue Orgel mit 20
Registern und insgesamt 1366 Pfeifen für 430 000
DM nach der Disposition
und technischen Beschreibung durch den
bischöflichen Orgelsachverständigen
der Diözese Rottenburg / Stuttgart Herrn Prof.
i.K. Wolfram Rehfeldt
und nach dem Entwurf des Orgelbaumeisters Peter
Plum. Die Orgelanlage
hat einen freistehenden Spieltisch an der
Brüstung. Das Hauptwerk
und Schwellwerk sind in der Emporemitte
hintereinander liegend angeordnet.
Das Pedalwerk, in C und Cs Seiten geteilt, ist
in der Brüstung
eingebaut und verleiht der Orgel auf der Empore
im hinteren Teil des
Kirchenschiffes eine markante, optische
Dominanz.
DIe
Beschreibung der neuen Orgel finden
Sie auf einer Extraseite.
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An der
Brüstung der Orgelempore ist
das geschnitzte Wappen des Patronatsherrn, des
Fürsten zu Fürstenberg,
angebracht. Der Inschrift nach ist es aus dem
Jahre 1709, dem Weihejahrder Kirche.
Die Buchstaben E.A.F.Z.F. Anno 1709 bedeuten: Egon AntonFürst zu Fürstenberg (verstorben 1716).
Er war der letzte
Fürst der Heiligenberger Linie).
Die Empore wird gestützt durch zwei
eichene Säulen mit der eingeschnizten Jahreszahl
1699.
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Beim Marienaltar, an der ehemaligen Kommunionbank,
steht heute der über 150 Jahre alte Taufstein.
Er wurde laut Kostenvoranschlag
und Zeichnung (heute noch im Pfarrarchiv
erhalten) am 2. Mai 1846 vom
Steinhilber Steinhauermeister Carl Schoser aus
rotem Sandstein gefertigt. Die Kosten betrugen 42 Gulden und 2 Kreuzer.
. Bis 1846, bevor St. Pankratius
eine selbstständige Pfarrei wurde (1847), waren
sämtliche
Kinder in der Hauptkirche in Trochtelfingen
getauft worden. Pfarrer
Bartholomäus Mayer aus Trochtelfingen gab am 11.
Oktober 1846
dem neuen Taufstein die kirchliche Weihe. Seit
diesem Tag bis zum 18.05.2000
wurden an diesem Taufstein in der St.
Pankratiuskirche 2593 Kinder
getauft.
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