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Kirchengeschichte - Unser Kirchenpatron, der Heilige Pankratius (12.Mai)

 

Als unsere Pfarrkirche am 16. November des Jahres 1709,

fast 10 Jahre nach ihrer Erbauung, vom damaligen Konstanzer Weihbischof Konrad Ferdinand Geist von Wildegg geweiht wurde, übernahm man das Patronat der ursprünglich an dieser Stelle errichteten St. Pankratius Kapelle, die bereits 1363 urkundlich erwähnt wird.Von Rom aus hatte sich die Verehrung des heiligen Pankratius im Laufe des ersten Jahrtausends in Italien, Frankreich und England und schließlich bei der Missionierung der Germanen durch den Heiligen Bonifatius auch
in Deutschland ausgebreitet. Von den 99 bekannten Pankratiuskirchen in Deutschland (16 in der Erzdiözese Freiburg, darunter im Hohenzollerischen in Ostrach und Magenbuch bei Ostrach) gehen einige sogar bis ins 8. und 9. Jahrhundert zurück. Aber über die Frühzeit und die Wege, die der Pankratiuskult nach Deutschland genommen hat, ist nur wenig Sicheres bekannt. Christlich gewordene römische Besatzungs- soldaten könnten die Pankratiusverehrung bereits in ihre Stützpunkte und damit auch ins besetzte Germanien gebracht haben.

Der Heilige Pankratius gehört heute nicht mehr zu den allgemein bekannten und verehrten Gestalten der Kirche. Seit dem Spätmittelalter wird der Heilige in manchen Gegenden zu den sogenannten 14 Nothelfern gezählt, denen unsere Nothelferkapelle Richtung Sportplatz geweiht ist. Pankratius kann damit in allen möglichen Notlagen als Helfer und Fürsprecher angerufen werden.
Eisheiliger ist er wohl aus rein kalendarischen Gründen geworden, weil für die Landwirtschaft und für die Blumengärtner von entscheidender Bedeutung für eine gute Ernte ist, ob die Gedenktage der Heiligen Pankraz, Servaz und Bonifaz vom 12. bis 14. Mai und der Heiligen Sophia, der sogenannten kalten Sophie, eisfrei bleiben oder nicht. Ein Kälteeinbruch mit Nachtfrösten ist in dieser Jahreszeit nicht selten. Damit kein Frost die Saat und die jungen Blüten und Pflanzen zerstört, hat man die Eisheiligen früher als Schützer der jungen Saat und der Blüten angerufen.

( Bild links: Hl. Pankratius als junger, römischer Soldat. Ölgemälde um 1700. Bild unten rechts: im Saal des Pfarrheimes )

Im Gemeindesaal des Pfarrheims hat der Kunstglasermeister Günter Abele aus Neufra bei Rottweil im Jahre 1990 das Südfenster im Erker mit einem Bild des Heiligen Pankratius geschaffen. Er wird in der Regel immer dargestellt als Jüngling (manchmal auch als junger, römischer Soldat) mit der Siegespalme des Märtyrers (Glaubenszeugen), der wegen seiner Glaubensüberzeugung gestorben ist und somit Christus nachgefolgt ist im Tod und jetzt den Sieg (Palme) errungen hat mit Christus und mit ihm beim Vater im Himmel lebt (Krone des ewigen Lebens). Das Schwert oder das wilde Tier erinnern an die mögliche Art seines Martyriums. Durch seinen Tod hat Pankratius bezeugt, dass Christus lebendig ist, dass unser Glaube nicht nur fromme Legende ist, sondern eine Realität bezeugt. So wie das Sterben des Heiligen Pankratius für seinen Glauben an Christus wirklich wahr ist, so ist es auch wirklich wahr, dass der auferstandene Christus lebt und in der Welt da ist.
Und Christus will lebendig bleiben in unserer Pfarrgemeinde, in unserer Kirche, in allen Getauften. Wir sind heute die, die ihn vor der Welt bekennen. Woran wir glauben, wie wir leben, was uns wichtig ist, die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen, welcher guter Geist unter uns herrscht, das ist heute unser Zeugnis für Christus.

In Verbindung mit der feierlichen Kirchweihe am 16. und 17. November des Jahres 1709 nahm Weihbischof Konrad Ferdinand Geist in der Hauptkirche zu Trochtelfingen 500 (!) Kindern das feierliche Taufversprechen ab und spendete ihnen das Hl. Sakrament der Firmung.

Kontakt: Katholisches Pfarramt,  Pfarrgasse 10,  72818 Trochtelfingen,  Tel.: 07124/741,  Fax: 07124/1408,  E-Mail:   kath.pfarramttrochtelfingen(at)t-online.de