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Heraldisch betrachtet zeigt die
Geschichte Steinhilbens einen bunten Wechsel adeliger Herrschaft,
wie er vom frühen Mittelalter an bis ins 20. Jahrhundert
hinein für Gebiete zwischen mächtigen Fürsten
- hier Württemberg und Hohenzollern - typisch ist.
Steinhilben ist zur Zeit der
frühesten Erwähnung anno 1247 Herrschaftsteil der
Pfalzgrafen von Tübingen.In einer Urkunde aus diesem Jahr
wird ein "dominus Wolpotus de Stainhulwe"
genannt. Er entstammt einer Seitenlinie
der Herren von Wurmlingen. Aus dem Wappen der beiden Geschlechter
läßt sich dies schließen: ein schwarzer feuerspeiender
Drache mit gezahnter Halsrückenpartie und krallenbewehrten
Vorderfüßen auf grünem Dreiberg.
1310 verkaufen die Grafen Rudolf
und Albrecht von Hohenberg den Ort Trochtelfingen an den Grafen
Eberhard von Württemberg. Die Hohenberger erwerben Ende
des 13. Jahrhundertrs Ländereien von den Pfalzgrafen von
Tübingen, dabei kommt auch Steinhilben in den Besitz der
Hohenberger.Schon 1316 überläßt Graf Eberhard
von Württemberg Trochtelfingen pfandweise seiner Tochter
Agnes, die den Grafen Heinrich von Werdenberg heiratet.
Später allerdings entstehen
Streitigkeiten, als 1446 die Württemberger Trochtelfingen
zurückforderten. Markgraf Jacob von Baden, der den Zwist
schlichtet, entscheidet zugunsten der Werdenberger. Von da
an gehört auch Steinhilben zum werdenbergischen Gebiet,
bis 1534 mit dem Tode des Grafen Christoph von Werdenberg dieses
Geschlecht ausstirbt.Erbe ist nun das Haus Fürstenberg,
das bis 1806 die weltliche Herrschaft ausübt.
Durch die Rheinbundakte erhält
der Fürst von Hohenzollern - Sigmaringen die Landeshoheit
in Steinhilben.
Die Revolutionswirren von 1848
veranlassen die Fürsten von Sigmaringen und Hechingen,
ihre Ländereien 1849 an den König von Preußen
zu verkaufen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs
kommt der einstige preußische Verwaltungsbezirk Sigmaringen
1952 an das neu gebildete Land Baden - Württemberg.
Ein Gemeindewappen wird Steinhilben
am 16. Dezember 1952 offiziell durch die vorläufige Regierung
von Baden - Württemberg verliehenIm geteilten Schild zeigt
es oben in Silber auf grünem Dreiberg einen wachsenden
feuerspeienden rotbewehrten schwarzen Drachen, unten in schwarz
eine dreilatzige silberne Fahne. Die Farben Schwarz und Weiß
symbolisieren frühere hohenzollerische Landeshoheit. Das
Wappenbild der oberen Schildhälfte ist Siegeln der Herren
von Steinhilben entnommen. Die dreilatzige Fahne deutet auf
die mittelalterliche Herrschaft der Grafen von Werdenberg hin.
Im 1973 neugebildeten Landkreis
Reutlingen wird im Zuge der Gemeindereform Steinhilben 1975
ein Stadtteil von Trochtelfingen. Das Wappen von Trochtelfingen
erinnert an die einst veringischen und hohenzollerischen Zugehörigkeiten
der Stadtteile. Wappen und Flagge werden am 28. April 1977
verliehen.
Anmerkung: Der Text und
die Wappen wurden aus dem Wappenblatt der Gemeinde Steinhilben
entnommen. Konzeption & Grafik: Schepper 1997 aus Anlaß
der 750 - Jahr - Feier. |